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Volcano Turrialba, Costa Rica - 20.März 1999

Gegen Mittag steigen langsam und unheimlich die Wolken auf die Höhe von über 3.000 m und hüllen den Gipfel vom Vulkan Irazu in sanfte Schleier. Gerade haben wir uns den giftgrünen Kratersee mit seinen gigantischen Ausmaßen angeschaut und nun überlegen wir, ob wir es heute noch bis zur Karibik schaffen würden. Da fällt mir auf dem Weg nach unten ein Schild mit Volcano Turrialba ins Auge und wir biegen spontan dahin ab. Astrid und Daniel haben ihn uns als gute Übernachtungsmöglichkeit empfohlen. In einer Lodge am Fuße des Vulkans holen wir uns einige Auskünfte ein und werden prompt zu einer Limonade eingeladen. Dermaßen gestärkt versuchen wir auf der Schotterpiste den Vulkan zu erklimmen.
Die ersten Kilometer erweisen sich als keine große Herausforderung und so sind wir guter Dinge. Langsam wird es steiler und die Steine werden immer gröber, an einem Steilhang kommt Eva aus dem Gleichgewicht und kann ihre Ténéré nicht mehr halten. So stelle ich mein Motorrad hin und helfe Eva wieder auf die Beine, sie überlässt mir zugleich die ehrenvolle Aufgabe ihr Motorrad den steilen Hang hinaufzufahren, danach geht es erst mal weiter. Doch dann passiert es, am nächsten Steilhang gerät Eva erneut ins Stocken, da die Motorräder die dünne Luft nicht vertragen und das Gas nicht annehmen. Sie fällt mir sozusagen entgegen. Ich bin kurz hinter ihr und kann nicht ausweichen, versuche stattdessen anzuhalten, was mir jedoch an dieser steilen Stelle mit dem losen Geröll als Untergrund nicht gelingt. Auf einmal liegen wir beide mit unseren Maschinen, kopfüber am Hang und schauen ziemlich blöd aus der Wäsche. Wir zögern nicht lange, sondern fordern unsere letzten Kräfte um die Motorräder wieder hinzustellen, da aus den Tanks mittlerweile das Benzin tropft.
Wir sind völlig aus der Puste in einer Höhe von fast 3.000 m und benötigen eine sehr lange Verschnaufpause bevor wir uns an das letzte Stück zum Gipfel machen. Eva ist ziemlich fertig und hat keine richtige Lust mehr, aber irgendwie kann ich sie von dem Vorhaben, oben auf dem Vulkan zu übernachten, überzeugen. Mit Evas Hilfe fahre ich nun die Ténérés an den kniffligen Stellen hinauf. Oben am Kraterrand finden wir tatsächlich einen idealen Platz zum Übernachten und wir haben von unserem Zelt einen fantastischen Blick auf den Krater zur einen und auf den aufsteigenden Wolkenteppich zur anderen Seite.