Tempel No. IV Die Bilder lassen durch einfaches Anklicken vergrößern!!
Das Laden kann natürlich etwas dauern!!

Tikal, Guatemala - 13. Januar 1999

Unerbärmlich klingelt unser Wecker um 04.00 Uhr, mitten in der Nacht. Wir kommen trotz dieser Unzeit gut raus, denn wir wollen die Mayaruinen von Tikal besichtigen. Unser Bus ist der langsamste von allen und so müssen wir, in Tikal angekommen, uns sputen zum Tempel No. IV zu gelangen. Da es noch stockfinster ist, suchen wir mit unseren Taschenlampen nach einem Pfad zwischen den Wurzeln und Lianen hindurch. Wir erreichen diesen besagten Tempel noch rechtzeitig, sind allerdings nicht mehr die Einzigen, die diesen Geheimtipp kennen. So erleben wir mit ca. 50 anderen Reisenden ein einzigartiges Naturschauspiel auf dem, 740 n.Chr. von den Mayas erbauten und 65 m hohen Tempel IV. Unter uns befindet sich der in Nebel gehüllte Dschungel und im fernen Osten verfärbt sich allmählich der Horizont in den schönsten orange-rot Farben. Der Feuerball kämpft sich langsam aber stetig durch den leichten Nebel und lässt das Leben im Dschungel erwachen. Wir hören das beängstigende Schreien der Brüllaffen, das Zwitschern und Zirpen diverser unbekannter Vögel und Insekten. Es ist uns ein wenig unheimlich zumute hier oben auf der heiligen Stätte der Mayas. Nun fliegen unzählige Papageien auf und kreischen auch den letzten Langschläfer wach.
Zwei nahezu zahme Nasenbären haben sich schon an die Touristen gewöhnt und fordern nun ihren Teil des Frühstücks ein, welches nun von vielen hier oben eingenommen wird.
Tikal ist eine der größten und bedeutendsten Mayakultstätten und wurde zurecht von der UNESCO zum kulturellen Welterbe erklärt. Es ist schon überwältigend zu sehen, wie die Mayas schon vor vielen Jahrhunderten gelebt haben. Der Dschungel hat sich allerdings alles wiedergeholt und so mussten die Forscher die Gebäude Stück für Stück von den unzähligen Dschungelpflanzen befreien, welche noch immer einen gehörigen Teil der Ruinenanlage bedecken. Wir entdecken diesen magischen Ort den ganzen Tag zu Fuß und sind nahezu sprachlos gefangen von der mystischen Aura.