Patagonische Stürme Die Bilder lassen durch einfaches Anklicken vergrößern!!
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Tres Lagos, Argentinien - 04.Dezember 1999

Es geht immer weiter südlich durch die unendliche Weite auf der Routa 40 in der patagonischen Pampa. Die Schotterpiste ist gar nicht so schlecht, dennoch müssen wir ständig aufpassen in der richtigen Spur zu bleiben. Der stetig böig stürmende Wind erschwert allerdings unser Unterfangen ungemein. In Rio Onie, einer Ruine, finden wir etwas Schutz vor dem Wind und kontrollieren den Ölstand an unseren Ténérés. Hier entschließen wir uns noch bis Tres Lagos zu fahren, falls wir die restlichen 300 Kilometer Piste noch schaffen sollten. Doch nichts kann uns aufhalten. Immer wieder peitscht der Wind neue Wolken von den Anden herüber, die sich in Form von Schnee und Hagel über uns ergießen. Die Sonne ist den ganzen Tag nicht zu sehen. Es macht uns keine große Freude die Kilometer so runterzuspulen, aber wir können dieser trostlosen Landschaft nicht viel abgewinnen. Hin und wieder weist ein knorriges Schild zu einer einsamen Estancia. Wie es diese Menschen in dieser kargen Gegend nur so aushalten geht mir so manches mal durch den Kopf. Wir hätten gerne mal einen Abstecher zu einer Estancia unternommen, aber das Wetter treibt uns weiter, denn uns ist ziemlich ungemütlich zumute.
Nur noch einmal halten wir an, da Eva Magenschmerzen von ihrem Antibiotikum bekommen hat. Während wir an den Äpfeln nagen, wirft eine Windböe fast die Motorräder um, schleunigst fahren wir weiter. Die Gegend ist so unwirtlich, ja auf uns wirkt sie sogar ausladend. Dazu noch die Piste, welche uns so richtig durchrüttelt und der nervenaufreibende Wind. Wir wollen einfach nur noch weg!
Tatsächlich erreichen wir gegen 18.00 Uhr, durchgerüttelt und verfroren unser Ziel. Die Tankstelle in Tres Lagos. Vollgetankt finden wir sogar einen kleinen Campingplatz, auf dem wir es uns, in windgeschützter Umgebung, gleich gemütlich machen. Na ja, was heißt hier gemütlich? Wir verziehen uns auf die Toiletten, wo sich sogar eine Heizung befindet. Nach einiger Zeit bekommen wir diese sogar in Gang und tauen unsere Knochen auf. Unser einfaches aber wohlschmeckendes und heißes Süppchen bereiten wir hungrig auf dem Kocher zu.