M I T T E L A M E R I K A
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MEXICO
26.10.1998 - 03.01.1999
Mexico empfing uns mit viel Dreck und chaotischem Verkehr, vor allem die lästigen Hunde machten uns zu schaffen, da sie laut kläffend auf die fahrenden Motorräder zugerannt kamen.
Das Ausweichen wurde so manches mal zu einem richtigen Wagnis, später nahmen wir dann den Lenker in feste Hände und Kurs auf die Kläffer, was sich dann für uns als ungefährlicher herausstellte.
Aber Mexico ist in der Baja California eigentlich der 52. Bundesstaat der USA, denn viele "Snowbirds" aus dem Norden verbringen hier ihren Winter und bevölkern mit ihren Wohnmobilen die schönen Strände.
Auf dem Weg zum Nationalpark "Sierra San Pedro-Matir" trafen wir zum ersten mal auf andere Motorradreisende. Chris und Mariola wohnen in Chicago, stammen aber ursprünglich aus Polen. Wir verbrachten ein paar schöne Tage mit ihnen und fuhren zu einem Observatorium in 2.000 m Höhe.
Später gönnten wir uns ein paar Tage Urlaub an den schneeweißen Stränden der "Bahia de Los Angeles" und "Bahia Concepcion" wo wir zum ersten mal ein bisschen "Urlaub" machen konnten.
Natürlich werden zu solchem Zeitpunkt auch die Motorräder geprüft und so kam es, dass eine kleine Undichtigkeit am Tank entdeckt wurde, der sofort mit Knetmetall geflickt wurde.
Da wir gerne auf "Abkürzungen" unterwegs sind, die in der Regel gar keine sind, konnten wir abseits der Hauptroute Bekanntschaft mit den Sand-, Schotter- und Wellblechpisten in der Wüste machen. Einen Teil der Piste wurde im Jahr 1998 ein paar Tage später von der "Baja 1000" als Rennstrecke durch die Wüste deklariert. Auch als wir dort unterwegs waren, haben uns so einige Wüstenrenner mit wahnsinnigem Tempo überholt.
Um ans Festland von Mexico zu gelangen haben wir eine Fähre von La Paz nach Mazatlan gebucht, dort wollten wir zur Abkühlung in die Berge und erlebten dort, auf ca. 2.600 m, bis dahin unsere kälteste Nacht mit unerwarteten eisigen Minustemperaturen.
Von den Kolonialstädten im Hochland waren wir sehr angetan, das ganze Leben spielt sich hier auf der Straße, zwischen den alten Kolonialgebäuden der spanischen Eroberer, ab und Treffpunkt ist meistens der "Plaza de Armas".
Das Essen, welches auf den Straßen immer wieder preiswert angeboten wurde, stellte sich zudem als äußerst schmackhaft heraus und war nicht mit dem aus den USA zu vergleichen. Es war um längen schmackhafter und erschwinglicher!
Nach dem Hochland zog es uns zur Halbinsel Yucatan, dort besuchten wir unsere ersten Maya-Ruinen in Palenque, welche mitten im Dschungel halbwegs freigelegt wurden.
Jetzt war es Zeit zum Ausspannen und so verbrachten wir in Tulum unseren Weihnachtsurlaub unter Palmen am strahlendweißen Strand der Karibik. In einer Strandhütte machten es wir uns in der Nähe der bekannten Maya-Ruinen von Tulum gemütlich und knabberten an den Weihnachtsplätzchen aus dem Paket von daheim.

BELIZE
04.01. - 11.01.1999
Nach drei Wochen Pause rollten die Räder unserer Ténérés wieder und in den ersten Januartagen erreichten wir Belize. Dort sprach man nun wieder englisch und die Leute waren so locker drauf.
Ein Besuch bei den dort ansässigen Mennoniten war schon etwas besonderes, leben diese teilweise noch wie vor hunderten von Jahren und leisten schwere körperliche Arbeit.
In bester Erinnerung bleiben uns jedoch die leckersten und saftigsten Orangen von den riesigen Plantagen.

GUATEMALA
12.01. - 10.02.1999
Über buckelige Dschungelpisten erreichten wir dann Tikal in Guatemala, das sind mit Abstand die beeindruckendsten Maya-Ruinen, die wir zu Gesicht bekamen. Besonders der Sonnenaufgang vom höchsten Punkt des Tempels No. IV sucht seinesgleichen, wenn bei mystischen Urwaldgeräuschen die Sonne über dem Nebel des Dschungels emporsteigt und den Himmel in ein warmes Orange taucht. Bei heller werdendem Licht durchstreiften wir dann noch die imposanten Maya-Ruinen.
Unsere Wege zur Hauptstadt führten nun durch exotische Dschungellandschaft mit verträumten Wasserfällen und matschigen Pisten, auf denen Eva sich einen Umfaller erlaubte, wobei ein Loch in den Motorblock entstand, welches wir vorrübergehend mit Panzerklebeband abdichteten, bevor es mit Knetmetall repariert wurde. An Ralfs Ténéré gab dann noch die Lichtmaschine komplett ihren Geist auf, die dann in einem kleinen Ort neu gewickelt wurde. Von den vielen Platten wollen wir gar nicht erst reden.
Unsere Spanisch-Kenntnisse waren ja nicht so berauschend und entschlossen wir uns in Antigua einen Sprachkurs zu besuchen. In der alten Hauptstadt, die wunderschön eingebettet zwischen einigen Vulkanen liegt, trifft sich alles was unterwegs ist. Und so liefen uns auch so einige bekannte Gesichter wieder über den Weg. In den entlegenen Bergen von Guatemala findet man noch Indios vor, die sich nach alter Tradition kleiden und dementsprechend bunt geht es auch auf den vielen Märkten zu.

HONDURAS
11.02. - 09.03.1999
In Honduras machten wir uns auf den Weg nach Utila, denn auf dieser Insel kann man unverschämt günstig tauchen, doch auf dem Weg zur Grenzstation brach ein Bolzen des Federbeins von Ralfs Ténéré und so mussten wir mal wieder eine Zwangspause einlegen.
Aus einer dicken Schraube wurde dann der passende Bolzen angefertigt und weiter ging es. Mitch, der schlimmste Hurrikan seit Jahrzehnten, hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen und teilweise regnete es noch immer wie aus Eimern. Kurz vor unserem Ziel standen wir nun vor einer Straßensperre und nichts schien mehr zu gehen, eine Brücke war von den Wassermassen weggespült worden. Doch nach Abklärung der Sachlage entschieden wir uns dafür, die Ténérés über die notdürftig aufgespannte Hängebrücke zu fahren und schon stand unserem Tauchurlaub auf Utila nichts mehr im Weg.
Auf Utila trifft man fast jeden Rucksackreisenden, der in Mittelamerika unterwegs ist und tauchen will, was bei einem Preis von US $ 110 pro Tauchkurs ja auch nicht schwer zu verstehen ist. Aber auch Unterwasser ist es noch attraktiv genug und so konnten wir Schildkröten, Papageienfische, Moränen, Zackenbarsche, Kugelfische, Barracudas, etc. beobachten.
Nahe der Hauptstadt verbrachten wir dann noch ein paar Tage im Haus unseres Freundes Kurt, den wir auf der Fähre nach Utila kennenlernten.

NICARAGUA
10.03. - 14.03.1999
In Nicaragua wurde es dann sehr warm, dort qualmte dann auch die Kupplung von Evas Ténéré weg. Wir bekamen nach mehrmaligem Nachfragen und Vergleichen der Beläge eine passende Ersatzscheibe beim Yamaha Händler in Managua. Die Ténéré lief auch wieder ganz gut, obwohl man in Deutschland wohl nur mit dem Kopf schütteln würde, wenn man nur eine von 8 Scheiben wechselt! Touristen trafen wir im ganzen Land kaum an, was eigentlich nicht nachzuvollziehen war. Bieten sich dem Beobachter doch schöne alte Kolonialbauten unter blauem Himmel, tropische Temperaturen und schöne Strände an den Küsten. Und das alles auf sehr preiswertem Niveau.

COSTA RICA
15.03 - 29.03.1999
Costa Rica wird auch die Schweiz Mittelamerikas genannt. Es ist in der Tat ein sehr attraktives Land mit vielen Nationalparks, deren Eintritt allerdings sehr teuer ist. Aber auch in diesem Land ist das Duschen, wie man sieht, nicht ganz ungefährlich (Bild oben rechts).
Der noch aktive Vulkan Arenal hatte uns in seinen Bann gezogen, so zelteten wir an seinem Fuße und konnten in der Nacht seine glühenden Lavabrocken den Berg herunterpoltern sehen und hören.
In der Hauptstadt San Jose versorgten wir uns mit neuen Kupplungslamellen für Evas Ténéré und diversen anderen Ersatzteilen.
Hier gab es auch den Supermarkt "PALI", der mit ALDI etc. vergleichbar ist, wir fühlten uns fast wie zu Hause ;-)

PANAMA
30.03. - 11.04.1999
Panama war extrem heiß und wir haben uns dort nicht sonderlich wohlgefühlt, was allerdings nicht nur an der Hitze lag.
Den Panama Kanal fanden wir auch nicht so prickelnd.
In positiver Erinnerung bleibt ein Besuch bei der Familie eines Freundes, wo auch Pakete und Briefe aus der Heimat auf uns warteten. Dort nahm man uns sehr liebevoll auf und integrierte uns in das Alltagsleben.
In Panama-City haben wir uns mit Hamburgern vollgefuttert und um einen Weitertransport nach Kolumbien gekümmert. Wir und die Motorräder sollten mit dem Flieger nach Bogota transportiert werden.
Eine Reise durch das Darien Gap war für uns keine wirkliche Alternative. Wenig attraktiv fanden wir die angebotene Variante mit unseren Ténérés auf einem Kokosnußboot 7-10 Tage an der Küste entlang zu schippern. Von anderen Reisenden erfuhren wir später, daß ihre Tour 25 Tage dauerte. Ohne Motorrad wäre dies sicherlich eine Überlegung wert gewesen!