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Santa Ines, Peru - 21. Juni 1999

Kaum haben wir das Hostel in Huancayo verlassen bleibt meine Ténéré auch schon stehen. Ralf bemerkt es zum Glück sofort und kommt zurück. Am Straßenrand packen wir alles ab, da Ralf die Ursache am Luftfilter vermutet. Den Ansaugrüssel des Luftfilters hatte er gestern erst mit Damenstrümpfen versehen, um den Staub fern zu halten, doch leider klappt dies in einer Höhe von ca. 2.500 m nicht. Ralf entfernt den Strumpf dann läuft die Maschine auch schon wieder. Es ist nur nervig das ganze Gepäck ab und aufzupacken.
Zunächst fahren wir ca. 100 Kilometer auf Schotter- und Staubpisten durch das karge Hochland Perus und entdecken Lamas und Alpakas verstreut am Wegesrand. An den hier oben gelegenen Lagunen tummeln sich hunderte von Flamingos. Die Piste steigt stetig an und bald erreichen wir eines der höchstgelegenen und bewohnten Hochplateaus. Die umherliegenden 6.000er Gebirgsmassive zeigen sich von einer ungewohnt farbigen Seite. In einem kleinen Ort bekommen wir etwas Wasser und in Fett gebackene Fladenbrote, die wir sofort warm verzehren. Nach weiteren Stunden auf staubigen und steilen Pisten durch die karge und unwirtliche Landschaft stottern unsere Maschinen mittlerweile beachtlich. Wir haben nun einen namenlosen Pass erreicht, der 5.069 m anzeigt, nicht nur die Maschinen, auch wir schnappen gehörig nach Luft. Ein kurzer Stopp fürs Foto und dann rollen wir wieder, denn es wird so langsam dunkel und wir wollen in Santa Ines eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Auf dem Weg dorthin fällt in der Dämmerung auch noch mein Scheinwerfer aus und so muß ich ganz vorsichtig neben Ralf fahren um die Piste einigermaßen zu sehen. Im kleinen Ort finden wir keine Unterkunft und so nimmt sich die National-Polizei unser an und stellt uns ein Zimmer in der Kaserne bereit. Das Angebot schlagen wir nicht aus, denn mittlerweile ist es stockfinster und dazu noch eiskalt. In der sogenannten Kantine bekommen wir mit den anderen Soldaten sogar noch Lamaleber mit Reis und heißen Tee zum Abendessen. Mit dem Jefe (Chef) plaudern wir noch in einem Mix aus spanisch und englisch, bevor uns dieser die Waschgelegenheiten am Fluß zeigt. Angesicht der eisigen Temperaturen, die hier auf 4.500 m herrschen, wird es allerdings nur eine sporadische Katzenwäsche. Im Etagenbett der Kaserne fallen wir dann todmüde in unseren Schlafsack.