Dempster Highway Die Bilder lassen durch einfaches Anklicken vergrößern!!
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Tsiigehtchic, Canada - 09. August 1998

Gegen 08.00 Uhr stehen wir auf und schauen in einen strahlend blauen Himmel! Wunderschön - zum Frühstück gibt es mal wieder Haferbrei. Interessanter ist es da schon auf dem Motorrad, ständig wechselt die Landschaft, doch wir müssen uns auf den Weg konzentrieren und können unsere Blicke nicht wie gewohnt schweifen lassen. Die 734 Kilometer lange Piste variiert laufend zwischen Autobahn und rutschigen Schotterpassagen. Kurz vor Eagle Plains fahren wir auf einem Gebirgskamm, der uns herrliche Ausblicke auf die Tundra und Taiga beschert. In diesem Ort, der aus einem Haus besteht und gleichzeitig Tankstelle, Hotel und Restaurant darstellt, tanken wir notwendigerweise als erstes voll, denn es ist die einzige Möglichkeit zwischen Dawson City und Inuvik. Natürlich können auch wir dem Angebot der lecker duftenden Hamburger nicht widerstehen und so gönnen wir uns einen dieser schmackhaften Fleischbuletten. Nachdem unsere Mägen, Tanks, Ölbehälter und Wassersäcke gefüllt sind, erreichen wir bald den nördlichen Polarkreis.
Wir überqueren die Richard Mountains und sehen faszinierende Berge nahezu gänzlich ohne Bäume. Bald sind die North West Territories erreicht, wo wir die bergige Region verlassen und nun durch Wald- und Sumpflandschaft fahren. Bei Fort Mc Pherson überqueren wir den Peel River mit einer Fähre und schauen uns dort nach einem Schlafplatz um. Am Ufer des großen Flusses ist es allerdings zu feucht und so bleiben wir ständig mit den Motorrädern im Schlamm stecken. Einige Indianer, die hier ihren gefangenen Fisch räuchern und trocknen, leben hier am Flussufer und schauen uns nur verdutzt an. Zurück auf dem Highway entdecken wir erst nach einigen Kilometern ein verlassenes Holzhaus in einer Lichtung am Wegesrand. Das ist genial für unsere Verhältnisse, schnell sind die Ténérés im Dickicht versteckt und wir richten es uns auf der Terrasse in der 1. Etage gemütlich ein. Wir sind heilfroh noch einen solch tollen Platz gefunden zu haben und genießen den fantastischen Rundblick von der Terrasse. Ich schreibe noch bis nach Mitternacht im Tagebuch und schaue dabei dem Sonnenuntergang zu, während der Wind Kirchenmusik aus dem nahegelegen Ort zu uns herüberträgt.