Fernreise – Informationen

Reisezeit

Es ist wohl schwer möglich immer zur besten Jahreszeit bei einer Fernreise unterwegs zu sein.
Beim Planen der Reise sollte man die Regenzeiten in den Tropen und den strengen Winter in arktischen Gefilden vermeiden (Außer ihr macht es wie unsere Freunde Silke & Jan auf ihrer Hochzeitsreise: www.Eisreise.de).
Flexibel und wetterfest sollte man trotzdem sein, da sich nichts genau planen und einrichten lässt, schon gar nicht das Wetter.

An- und Rückreise

Transporte für Motorräder können per Schiff oder Flugzeug erfolgen.
Flugzeugtransporte sind in der Handhabung vor Ort sicherlich leichter, wenn meistens im Vorfeld leider auch etwas teurer.
Schifftransporte sind an den Häfen oftmals mit erheblichem zeitlichen Mehraufwand und jeder Menge Korruption verbunden. Durch die nicht unerheblichen „Hafengebühren“ kann es auch schon mal vorkommen, dass Schiffstransporte teurer als Flugzeugtransporte sind!

Formalitäten

Natürlich benötigt man einen Reisepass, der noch lange gültig ist und jede Menge Platz für Stempel hat.
Ein internationaler Fahrzeugschein sowie internationaler Führerschein sind bei Verlust leichter zu ersetzen.
Ein internationaler Impfpass ist auch Pflicht.
Ein Carnet des Passages ist in einigen Ländern Pflicht, manchmal geht es auch ohne.
Diese Gelegenheit sollte man nutzen und das Carnet
nicht abstempeln lassen!!!
Es kann allerdings auch Unterschiede zwischen einer Einreise über Land- oder Luftweg bestehen.
Die Motorräder können auch in die Reisepässe oder die internationale Zulassung eingetragen werden.
An den Grenzen sollte man am Vormittag auftauchen, somit hat man immer genügend Zeit für die oftmals zeitraubenden Formalitäten, außerdem sollte man Sonn- und Feiertage meiden, da evtl. ein Zuschlag bezahlt

Gesundheit

Polio-, Tetanus- sowie Diphtherieimpfungen sollten auch daheim Standard sein.
Zusätzlich empfehlenswert sind Hepatitis A und B, Gelbfieber ist fraglich, allerdings in einigen Ländern Pflicht.
Bei Malaria scheiden sich die Geister!
Einige nehmen Prophylaxe die anderen führen Stand-by Medikamente mit sich.
Wir bevorzugen keine Prophylaxe und achten darauf uns vor den Moskitostichen zu schützen.
Detaillierte Auskünfte erteilt jedes Tropeninstitut.
Wir sind jedoch der Meinung, dass die Ärzte in den betroffenen Regionen besser über Malaria informiert sind und auch gut helfen können.
Eine Medikamentenliste etc. findet ihr unter dem Begriff „Aurüstungsliste“.
Einfach Button anklicken!
Auslandsreisekrankenversicherung:
Wir haben eine abgeschlossen, aber Vorsicht allerdings bei Schäden im Ausland, wenn ein Rücktransport erfolgt übernehmen nicht alle Versicherungen die Behandlung in Deutschland!!!!!!

Motorräder

Grundsätzlich sind geländegängige Motorräder sicherlich im Vorteil aber nicht unbedingt erforderlich.
Es kommt halt drauf an, was man will.
Zudem ist es sicherlich hilfreich, einige Handgriffe am Motorrad zu beherrschen.
Allerdings nicht zwingend notwendig, fast überall auf der Welt gibt es gute und schlechte Mechaniker, die einem weiterhelfen wollen.
Wir dachten früher auch, man müsse einen Motor nachts in der Wüste mit links zerlegen können.
Stimmt aber definitiv nicht!

Kraftstoff

Man sollte nach Möglichkeit nicht die vollen Reserven ausnutzen und stattdessen öfter tanken und Pause machen, auch wenn die Reichweite noch nicht erschöpft ist. Manchmal gibt es an der nächsten Tankstelle keinen Sprit, weil er alle ist oder der Strom ausgefallen ist.
Niedrig-(70)Oktan-Benzin ist in einigen Ländern auch möglich, nicht alle Motorräder verkrafteten dies problemlos.
Von Bleifrei ganz zu schweigen, man nehme in Notfällen was kommt, also Katalysator raus!

Ab einer Höhe von 3.000 m ü.N. könnte es Probleme mit dem Vergaser geben!
Man kann den Vergaser umstellen, dazu setzt man die Düsennadel herunter, damit das Gemisch wieder stimmt.

Da haben die Einspritzer einen entscheidenden Vorteil
Mittlerweile besteht nicht nur das Benzin in Brasilien oder Malawi zu einem hohen Anteil aus Alkohol, dementsprechend hatten wir Probleme mit unseren Benzinfiltern, die sich einfach auflösten, doch im Land gibt es alkoholresistente Filter.
Evtl. kann es in Brasilien auch Probleme mit Kunststoff- bzw. Kevlartanks geben, bei uns gab es Probleme mit dem Sprit in Malawi..

Verpflegung

Man sollte nicht zu anspruchsvoll sein.
Pizza und Hamburgerketten gibt es mittlerweile in jeder Hauptstadt oder größeren Metropolen.
Wir ernähren uns fast immer von dem landestypischen Essen, das spart Geld und schmeckt meist gut.
Zudem kommt man so mit den Einheimischen in Kontakt.
Unser Körper hat sich mit der Zeit an die ungewohnten Bakterien etc. gewöhnt.
In den Hauptstädten haben wir uns hin und wieder mal eine Portion „American way of life“ gegönnt.
Wasser ist ein empfindliches Grundnahrungsmittel!
Wir haben die Bevölkerung gefragt und meistens das getrunken was sie uns empfohlen hatten.
In der Regel tranken wir „Kranenburger“ oder „Brunnenquelle“ ohne Zusätze.
Im Zweifelsfall das Wasser mit Wasserfilter und/oder Zusätzen genießbar machen, oder abgepacktes Wasser kaufen.

Unterkunft

Unser Zuhause sind auf Fernreisen der Schlafsack und das Zelt!
Durch das Zelt waren sind absolut unabhängig und können dort übernachten wo es uns gefällt.
Bei der Auswahl des „Hotels“ war für uns in erster Linie ein sicherer Platz für das Motorrad ausschlaggebend.
Oftmals im Hof, in der Küche, im Wohnzimmer, im Laden, Garten etc..
In sogenannten 3.-Weltländern sind günstige Hotels, Pensionen oder Privatunterkünfte keine Seltenheit, sodass es fast immer eine Unterkunft gibt, welche die Reisekasse nicht zu sehr belastet.

Finanzen

Um absolut unabhängig zu sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Geldformen :

– EC-Karte

– Kreditkarte (Mastercard und Visacard sind weltweit am häufigsten vertreten und akzeptiert)
– Travellercheques (US $, Euro €)
– und natürlich Bargeld (US $, Euro € und Währung vor Ort)

Es ist so schön, sich das Geld einfach aus dem Automaten zu ziehen!!!
Vorbei das stundenlange Warten um Geld tauschen zu können!!

Sicherheit

Wir fühlen uns selten nicht sicher! Wenn bei der Schlafplatzsuche aber mal ein ungutes Gefühl aufkommen sollte, so folgen wir der „Inneren Stimme“ und suchen wir uns einen anderen!!!
Arm sind Leute, die mit dem Motorrad durch die Weltgeschichte reisen sicher nicht, aber wir protzen trotzdem nicht mit dem Geld herum.
Als Motorradfahrer hat man direkteren Kontakt zur Bevölkerung. Man sieht sowieso nicht so reich aus und ist oftmals etwas verdreckt.
Dennoch immer die anderen Reisenden nach dem aktuellen Stand fragen.
In Brasilien erlebten wir äußerst unangenehme und korrupte Polizisten, die schnelles Geld machen wollten und empfanden dies auf der Reise als unangenehmste Situation.
Diebe und Kleingauner finden sich überall auf der Welt.

Kommunikation

Weltweit ist natürlich Englisch Pflicht!
Manchmal allerdings auch Spanisch oder Französisch.
In sehr wenigen Ländern kommt man mit Deutsch weiter.
In allen Ländern sollten einige Wörter der Landessprache gelernt werden.
Allerdings trafen wir auch Leute, die außer ihrer eigenen, kaum einer anderen Sprache mächtig waren.
Zur Not geht es halt auch mit Mimik, Gestik und Aufgeschlossenheit!
Die Verständigung zu anderen Reisenden oder in die Heimat erfolgt zum größten Teil übers Internet. Internetcafés findet man in jeder großen Stadt, bzw. touristisch frequentierten Orten.

Mittlerweile haben ja alle Smartphones und in erschlossenen Gebieten hat man sehr oft WLAN/WIFI.

Literatur

Nicht in allen Ländern kann man gute Reiseführer kaufen, manchmal ist es möglich gebrauchte Bücher in touristisch frequentierten Orten zu tauschen oder zu kaufen.
Ohne Reiseführer kann man allerdings auch sehr spannende Erfahrungen machen, vor allem wenn man nicht der 1.000 sein will der einem Tipp folgt!

Karten

Es empfiehlt sich Karten aus der Heimat, bzw. der „westlichen“ Welt mitzubringen, denn oftmals erhält man Straßenkarten nur in der Hauptstadt, bzw. in Großstädten oder gar nicht!
Wenn welche zu erhalten sind, dann oftmals auch noch in schlechter und veralteter Qualität!
Ausnahmen sind leider selten